Dietrich Untertrifaller gewinnt Architekturwettbewerb!
Das Architekturbüro DTLFR wird mit der Planung des zukünftigen Stadtquartiers beauftragt.
Am 22. Oktober 2025 präsentierten die vier Architekturbüros Smartvoll, Dietrich Untertrifaller, Juri Troy architects und Poppe Prehal Architekten die finalen Entwürfe für den Neubau des Areals der Tischlerei Melk. Auch in der zweiten und letzten Stufe des kooperativen Planungsverfahrens konnten die Teams konnten die Architekturbüros auch die Beiträge der anderen Architekturbüros einsehen und in einem offenen Austausch kommentieren.
Um einen möglichst ganzheitlichen Blick auf das Projekt zu gewährleisten, bestand die Jury neben den Eigentümern des Areals, auch aus VertreterInnen der Bürgerbeteiligung – Simon Hell, Lydia Eckert und Karin Herzog – und mit Bürgermeister Patrick Strobl auch der Gemeinde Melk.
Wir waren beeindruckt von den unglaublichen Ideen, Entwürfen und unkonventionellen Blickwinkeln aller Architekturbüros und bedanken und ganz herzlich bei Smartvoll, Dietrich Untertrifaller, Juri Troy architects und Poppe Prehal Architekten und allen Mitwirkenden und Jury-Mitgliedern für die wertvollen Beiträge.
Das Gewinner-Archtitekturbüro DTLFR beschreibt das Projekt "Tischlerei Melk" und ihren Entwurf folgendermaßen:
"Unser Entwurf verwandelt den historischen Standort in ein klimaneutrales, multifunktionales Quartier mit Wohnraum, Ateliers, Büros, Co-Working-Spaces und einer Kulturwerkstatt als Herzstück. Das Quartier verbindet durch Höfe, Gassen und öffentliche Räume, fördert soziale Teilhabe, Biodiversität und Klimaschutz und setzt auf nachhaltige, kreislauffähige Materialien sowie flexible Bauweisen.
Auf dem Gelände der ehemaligen Tischlerei Melk soll ein neues Stadtquartier als „Wohnzimmer der Region“ entstehen. Nach den Prinzipien des New European Bauhaus (NEB) wird der historische Ort in ein klimaneutrales und multifunktionales Quartier transformiert, mit Raum für Wohnen, Arbeiten, Kunst, Kultur und Handwerk.
Historisches Erbe
Über 70 Jahre lang war die Fritz Fürst Bau- und Möbelfabrik auf dem Gelände beheimatet. Seitdem wurde das Areal zum kulturellen Herzstück Melks mit Kulturbühne, Kulturwerkstatt und Co-Working. Für die städtebauliche Entwicklung galt es, sensibel mit dem historischen Bestand umzugehen und dennoch den ländlichen Raum mit urbanen Impulsen zu beleben.
Unser Siegerentwurf denkt den Bestand mit und erhält diesen nicht nur, sondern entwickelt ihn als Ressource weiter. Der historische Bestand wird saniert und um Aufstockungen und Neubauten erweitert. Neben Wohnungen und Appartements entstehen Ateliers und Ausstellungsflächen, Büros, Co-Working Spaces und ein Hostel. Aktive Erdgeschoßzonen und verschiedene Nutzungskonzepte machen das Quartier zu einem Lebensraum mit kurzen Wegen. Das Herzstück des Quartiers bildet die Kulturwerkstatt mit sanierter Halle und Outdoor-Bühne.
Städtebau und Freiraumkonzept
Städtebaulich verknüpft das Projekt Altstadt, Roseggerstraße und Löwenpark zu einem fein abgestuften Gefüge aus Höfen, Gassen und öffentlichen Räumen. Das Quartier verbindet gemeinschaftliche Offenheit mit privaten Rückzugsräumen: Der gemeinschaftlich nutzbare Garten im Süden, steht dem gesamten Quartier zur Verfügung. Für die Bewohner:innen sind auch private Freiflächen vorgesehen, ein begrüntes Dach und kleinere Gärten im Osten des Quartiers. Eine nachbarschaftliche Öffnung zur Roseggerstraße stärkt die Verbindung zum Umfeld und sorgt für verbesserte Durchlässigkeit. Begrünte Gassen, Schwammstadtelemente, Dachgärten und vielfältig gestaltete Außenräume unterstützen Biodiversität, Kühlung und nicht zuletzt auch soziale Inklusion.
Architektur, Materialität und Konstruktion
Konstruktiv setzt das Projekt auf reversible Systeme, kreislauffähige Materialien und flexible Strukturen, die Umbauten und Umnutzungen mühelos ermöglichen. Holz, Lehm und Beton werden jeweils dort eingesetzt, wo sie funktional und ökologisch am sinnvollsten sind. Eine Nutzer:innen-orientierte Raumatmosphäre entsteht durch viel Tageslicht, ausgewogene Akustik, natürliche Materialien und energieeffiziente Bauteilaktivierung.
Der digitale Zwilling des Quartiers
Ein digitaler Zwilling macht das Quartier sichtbar und lernfähig: Er sammelt Daten zu Energie, Klima und Nutzung, spart Ressourcen ein und verbessert den Alltag der Bewohner:innen und Nutzer:innen des Quartiers durch mehr Transparenz, Komfort und Effizienz in der Haustechniksteuerung. Über einfache Dashboards werden diese Informationen für alle verständlich aufbereitet. So wächst ein intelligentes System mit, das Transparenz, Nachhaltigkeit und Lebensqualität fördert."
Quelle: https://dtflr.com